Corona: Wirtschaftliche Hilfen

Hilfe für von den erweiterten Schließungen betroffene Unternehmen (verbesserte Überbrückungshilfe III)
Für die von den zusätzlichen Schließungs-Entscheidungen vom 13. Dezember 2020 erfassten Unternehmen werden Zuschüsse zu den Fixkosten gezahlt. Dazu wird die ausgeweitete und bis Ende Juni 2021 geltende Überbrückungshilfe III entsprechend angepasst und nochmals verbessert. Antragsberechtigt sind Unternehmen, Soloselbständige und selbständige Angehörige der freien Berufe mit einem Jahresumsatz von bis zu 500 Millionen Euro (im Folgenden „Unternehmen“). Sie können die verbesserte Überbrückungshilfe III erhalten. Diese sieht eine anteilige Erstattung der betrieblichen Fixkosten vor. Der Erstattungsbetrag beträgt in der Regel 200.000 Euro, in besonderen Fällen bis zu 500.000 Euro.

Erstattung der Fixkosten
Erstattungsfähig sind Fixkosten entsprechend des Kostenkatalogs der Überbrückungshilfe III – also insbesondere Mieten und Pachten, Finanzierungskosten, Abschreibungen bis zu einer Höhe von 50 Prozent sowie weitere fortlaufende betriebliche Fixkosten. Die Erstattung der Fixkosten erfolgt in Abhängigkeit vom Umsatzrückgang während des betreffenden Kalendermonats, typischerweise im Vergleich zum entsprechenden Monat im Jahr 2019:
·    Bei Umsatzrückgängen zwischen 30 und 50 Prozent werden 40 Prozent der Fixkosten erstattet,
·    bei Umsatzrückgängen zwischen 50 und 70 Prozent werden 60 Prozent der Fixkosten erstattet und
·    bei Umsatzrückgängen von mehr als 70 Prozent werden 90 Prozent der Fixkosten
erstattet.
Beträgt der Umsatzrückgang weniger als 30 Prozent erfolgt keine Erstattung.
Zusätzlich antragsberechtigte Unternehmen
Zusätzlich antragsberechtigt für den Zeitraum der Schließungsanordnungen sind:
·    Unternehmen, die im Dezember von den zusätzlichen Schließungen direkt oder indirekt betroffen sind (1.),
·    Unternehmen, die im neuen Jahr weiter von den am 28. Oktober bzw. den jetzt neu vereinbarten Schließungen betroffen sind (2.) und
·    diejenigen Unternehmen, die zwar nicht geschlossen sind, aber auch im neuen Jahr erhebliche Umsatzeinbußen haben (3.):
 
1.    Neu geschlossene Unternehmen im Dezember 2020 (insb. Einzelhandel)
Die Überbrückungshilfe III steht im Dezember 2020 für die Unternehmen zur Verfügung, die aufgrund des Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 13. Dezember 2020 im Dezember zusätzlich geschlossen werden.
Der Kreis der antragsberechtigten Unternehmen umfasst sowohl die direkt geschlossenen Unternehmen wie auch diejenigen Unternehmen mit einem sehr starken Geschäftsbezug zu den direkt geschlossenen Unternehmen (indirekt Betroffene).
Für diese Unternehmen gilt ein Förderhöchstbetrag von 500.000 Euro pro Monat. Es sollen Abschlagszahlungen entsprechend der Regelungen der außerordentlichen Wirtschaftshilfen (maximal 50.000 Euro) ermöglicht werden.

2.    Geschlossene Unternehmen in 2021
Die Überbrückungshilfe III steht für den Zeitraum der Schließungen im ersten Halbjahr 2021 für diejenigen Unternehmen in den Monaten zur Verfügung, in denen sie aufgrund der Beschlüsse der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder auch im Jahr 2021 im betreffenden Monat geschlossen bleiben (bzw. indirekt von den Schließungen betroffen sind).
Der Kreis der antragsberechtigten Unternehmen entspricht ebenso wie die Förderhöchstsummen den unter 1. dargestellten Konstellationen (Förderhöchstbetrag 500.000 Euro pro Monat). Es sollen Abschlagszahlungen vorgesehen werden.

3.    Unternehmen mit Umsatzrückgängen
Antragsberechtigt für die Überbrückungshilfe III sind schließlich diejenigen Unternehmen, die zwar nicht geschlossen und im engeren Sinne direkt oder indirekt betroffen sind, aber dennoch besonders hohe Umsatzrückgänge während der Zeit der Schließungsanordnungen zu verzeichnen haben.
Schon bisher sieht die Überbrückungshilfe III daher für November und Dezember 2020 vor, dass Unternehmen für diese beiden Monate antragsberechtigt sind, die einen Umsatzrückgang im Vergleich zum Vorjahresumsatz von 40 Prozent aufweisen. Diese Regelung wird für das erste Halbjahr 2021 verlängert, so dass Unternehmen anspruchsberechtigt sind, deren Umsatz im Vergleich zum Umsatz des Vergleichsmonats des Jahres 2019 um 40 Prozent zurückgegangen ist. Ihnen steht dann die Überbrückungshilfe III für den Schließungsmonat zu.
Hier liegt die Obergrenze für die Fixkostenerstattung bei den in der Überbrückungshilfe III üblichen 200.000 Euro pro Monat.

Weitergeltung der Überbrückungshilfe III
Diese Sonderregelung ergänzt die im Übrigen geltende Zugangsberechtigung zur Überbrückungshilfe III, die sich am Umsatzrückgang im Jahr 2020 orientiert.
 
Es gilt weiterhin, dass Unternehmen, die von April bis Dezember 2020 einen Umsatzrückgang von entweder 50 Prozent an zwei aufeinanderfolgenden Monaten oder von 30 Prozent im Gesamtzeitraum April bis Dezember 2020 im Vergleich zum entsprechenden Zeitraum 2019 zu verzeichnen hatten, grundsätzlich im gesamten ersten Halbjahr 2021 antragsberechtigt sind. Die prozentuale Erstattung der Fixkosten für den Förderzeitraum ist abhängig vom konkreten Umsatzrückgang im betreffenden Monat 2021 (40 bis 90 Prozent, siehe oben). Es gilt die übliche Obergrenze von 200.000 Euro pro Monat.

Kosten der erweiterten Überbrückungshilfe III
Die Kosten der so erweiterten Überbrückungshilfe III werden während eines Monats mit angeordneten Schließungen auf etwa 11,2 Milliarden Euro geschätzt. Die Kosten in Monaten ohne angeordneten Schließungen sind geringer.

Quelle: BMF; Rechtsstand: 14.12.2020

Anträge können erst nach Abschluss der Programmierarbeiten, der beihilferechtlichen Klärung und der Abstimmung mit den Ländern voraussichtlich ab Ende Januar/Anfang Februar 2021 gestellt werden.

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Überbrückungshilfe II
Zielgruppe: Kleine und mittlere Unternehmen, Soloselbständige
Die Corona-Pandemie stellt Gesellschaft und Wirtschaft weiterhin vor immense Herausforderungen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat deshalb die Überbrückungshilfen verlängert und unterstützt damit betroffene Unternehmen aller Branchen von September bis Dezember 2020. Wir haben die Zugangskriterien erleichtert und die Fördersätze erhöht, um noch mehr Unternehmen zu unterstützen.
 
Wer kann die Förderung beantragen?
Kleine und mittlere Unternehmen, Soloselbständige und Freiberufler, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen aus allen Branchen mit einem Umsatzeinbruch von mindestens 30% im Förderzeitraum September bis Januar 2021 sowie Umsatzeinbußen von:
-    mindestens 50% in zwei zusammenhängenden Monaten zwischen April und August 2020 gegenüber den Vorjahresmonaten oder
-    mindestens 30% im Durchschnitt der Monate April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum
Wie stellen Sie den Antrag?
Den Antrag können Sie über einen Steuerberater, WirtschafitsprüfiEr, Rechtsanwalt oder vereidigten Buchprüfbr stellen. Die Kosten dafiü werden bezuschusst.

Was ist mit der Novemberhilfe?
Die Bundesregierung gewährt eine außerordentliche Wirtschafithilfie (Novemberhilfe) in Form von Zuschüssen fiü Unternehmen, Selbständige und Einrichtungen, deren Schließung im November 2020 angeordnet wurde. Die betroffienn Unternehmen können in jedem Fall die Überbrückungshilfien beantragen. Diese wird auf die Novemberhilfe angerechnet.
 
Was und wie wird gefördert?
Je größer Ihre Umsatzeinbußen im Förderzeitraum September bis
Dezember, desto höher ist der Anteil an Fixkosten, die erstattet werden:
-    90% der Fixkosten bei mehr als 70% Umsatzeinbruch
-    60% der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 und 70%
-    40% der Fixkosten bei mehr als 30% Umsatzeinbruch
Die Förderung beträgt maximal 50.000 Euro pro Monat. Sie erhalten sie schon bei 30% Umsatzeinbruch. Die Überbrückungshilfiekönnen Sie auch beantragen, wenn Sie bereits Zuschüsse aus der ÜberbrückungshilfieI erhalten haben. Mit der Überbrückungshilfe bezuschusst der Staat auch Corona-bedingte Hygiene-Maßnahmen, wie z. B. mobile Lufitflteranlagen, Außenzelte oder Wärmestrahler im Gastronomiebereich.
Beispiel: Ein Hotel hat einen Umsatzeinbruch von über 70%. Trotzdem müssen weiterhin Miete, Strom und Versicherungen gezahlt werden - pro Monat etwa 10.000 Euro. Die ÜberbrückungshilfieII übernimmt 90% dieser Fixkosten - als monatlichen Zuschuss von 9.000 Euro im Zeitraum September bis Januar 2021.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft; Rechtsstand: 04.12.2020

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Novemberhilfe

Wer ist berechtigt die Novemberhilfe zu erhalten?
•    Alle Unternehmen (auch öffentliche), Betriebe, Selbständige, Vereine und Einrichtungen, die auf Grundlage der erlassenen Schließungsverordnungen der Länder in Folge des Beschlusses der Bundeskanzlerin und der Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder vom 28. Oktober 2020 den Geschäftsbetrieb einstellen mussten (direkt betroffene Unternehmen).
•    Alle Unternehmen, die nachweislich und regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze mit direkt von den o. g. Maßnahmen betroffenen Unternehmen erzielen (indirekt betroffene Unternehmen).
•    Antragsberechtigt sind auch Unternehmen, die regelmäßig 80 Prozent ihrer Umsätze durch Lieferungen und Leistungen im Auftrag direkt von den Maßnahmen betroffener Unternehmen über Dritte (zum Beispiel Veranstaltungsagenturen) erzielen. Diese Unternehmen müssen zweifelsfrei nachweisen, dass sie wegen der Schließungsverordnungen auf der Grundlage der Ziffern 5 und 6 des vorgenannten Beschlusses vom 28. Oktober 2020 einen Umsatzeinbruch von mehr als 80 Prozent im November 2020 erleiden.
•    Beherbergungsbetriebe und Veranstaltungsstätten werden als direkt betroffene Unternehmen angesehen.
Förderfähige Maßnahmen:
Zuschüsse pro Woche der Schließungen in Höhe von 75 Prozent des durchschnittlichen wöchentlichen Umsatzes im November 2019.
Soloselbstständige können als Vergleichsumsatz alternativ den durchschnittlichen Monatsumsatz im Jahre 2019 zugrunde legen. Bei Antragsberechtigten, die nach dem 31. Oktober 2019 ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen haben, kann als Vergleichsumsatz der Monatsumsatz im Oktober 2020 oder der monatliche Durchschnittsumsatz seit Gründung gewählt werden.
Da das reguläre Verfahren der Antragstellung leider immer noch nicht fertig ist, hat man jetzt ein Verfahren für Abschlagszahlungen auf den Weg gebracht.
Das Verfahren der Abschlagszahlung umfasst folgende Punkte:
1.    Soloselbständige erhalten eine Abschlagszahlung von bis zu 5.000 Euro; andere Unternehmen erhalten bis zu 10.000 Euro.
2.    Die Antragstellung und Auszahlung erfolgt voll elektronisch über die Plattform www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de.
3.    Die Antragstellung startet in der letzten November-Woche 2020 (voraussichtlich 25. November 2020).
4.    Erste Auszahlungen der Abschlagszahlungen erfolgen ab Ende November 2020.
5.    Die Antragstellung erfolgt einfach und unbürokratisch. Um Missbrauch vorzubeugen werden Maßnahmen zur Sicherstellung der Identität des Antragstellers vorgesehen.
Das Verfahren der regulären Auszahlung der Novemberhilfen wird parallel vorbereitet und finalisiert, damit es unmittelbar im Anschluss an die Abschlagszahlungen gestartet werden kann.

Rechtsstand: 16.11.2020
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Steuerliche Maßnahmen für Corona-Betroffene: Aktueller Überblick über derzeitige steuerliche Maßnahmen des Bundes und Bayerns (Update 14.04.2020)

Bayern und der Bund haben eine Reihe steuerlicher Maßnahmen ergriffen, um die Liquidität von Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausbreitung des Corona-Virus massiv betroffen sind, zu entlasten. Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu diesen Maßnahmen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums der Finanzen, des Bayerischen Landesamt für Steuern oder bei Ihrem Finanzamt. Der nachfolgende Überblick soll eine Erstinformation über Steuererleichterungen für Betroffene bieten:

Einkommensteuer

Vorauszahlungen:
Auf Antrag Herabsetzung entsprechend dem voraussichtlichen Jahresergebnis; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT

Nachzahlungen für Vorjahre:
Auf Antrag zinslose Stundung zunächst über einen Zeitraum von 3 Monaten; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT: Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus: Steuererklärung 2018: Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist. Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

Körperschaftsteuer

Vorauszahlungen:
Auf Antrag Herabsetzung entsprechend dem voraussichtlichen Jahresergebnis
siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT

Nachzahlungen für Vorjahre:
Auf Antrag zinslose Stundung zunächst über einen Zeitraum vom 3 Monaten; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT
Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus    Steuererklärung 2018:
Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist. Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

Gewerbesteuer

Vorauszahlungen:
Auf Antrag Herabsetzung des Steuermessbetrags für Zwecke der Vorauszahlungen entsprechend dem voraussichtlichen Jahresergebnis; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT
Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus     Nachzahlungen für Vorjahre: Stundungsanträge sind an die Gemeinde zu richten; siehe hierzu auch gleich lautende Ländererlasse vom 19.3.2020:
Gewerbesteuerlichen Maßnahmen zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19/SARS-CoV-2)
Steuererklärung 2018:  Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist.
Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

Umsatzsteuer

Voranmeldungen:

  • Auf Antrag Fristverlängerung für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen, die bis zum Ablauf des 10.04.2020 einzureichen sind, um bis zu zwei Monate.
  • Auf Antrag zinslose Stundung der bis 31.12.2020 fällig werdenden Umsatzsteuer-Voranmeldungen zunächst für 3 Monate
  • Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung: Auf Antrag Herabsetzung / Erstattung: siehe dazu Pressemitteilung Nr. 57 des StMFH mit Hinweis zur Antragstellung: FÜRACKER: WIR SCHAFFEN MEHR LIQUIDITÄT FÜR BAYERISCHE UNTERNEHMEN! Anleitung zur Antragstellung: Anleitung für durch die Corona-Pandemie betroffene Unternehmen zur Beantragung der Erstattung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung beim Finanzamt
  • Nachzahlungen für Vorjahre: Auf Antrag zinslose Stundung zunächst über einen Zeitraum von 3 Monaten; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT: Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus
  • Steuererklärung 2018: Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist. Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

 

Lohnsteuer

Lohnsteueranmeldung: Auf Antrag Fristverlängerung für die Abgabe der Lohnsteueranmeldungen, die bis zum Ablauf des 10.04.2020 einzureichen sind, um bis zu zwei Monate.
Steuerbefreiung für Beihilfen und Unterstützungen durch Arbeitgeber: Beihilfen und Unterstützungen, die der Arbeitgeber als Sachbezüge oder Zuschüsse in der Zeit vom 01.03.2020 bis zum 31.12.2020 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn leistet, sind bis zu einem Betrag von insgesamt 1.500 Euro im Jahr steuerfrei. Siehe dazu Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 09.04.2020: Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise für Arbeitnehmer; Steuerbefreiung für Beihilfen und Unterstützungen

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Bund: Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige (Update 24.03.2020)

Uns erreichen zahlreiche Anfrage zu den Sofortmaßnahmen für Kleinstunternehmen und Soloselbständige vom Bund. Wir informieren in der Regel erst, wenn uns alle Einzelheiten und die jeweiligen Anträge vorliegen. Bei den angekündigten Maßnahmen durch die Bundesregierung ist dies noch nicht der Fall. Sie werden durch uns alle Einzelheiten erfahren, sobald uns alles bekannt ist. Wir möchten Ihnen in dieser Info aber trotzdem die ersten Eckdaten mit auf den Weg geben.

Die Bundesregierung bereitet ein Programm vor, das angesichts der Corona-Probleme Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen Soforthilfe leisten soll. Dazu gehören auch Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe.

Es geht vor allem um solche Unternehmen und Unternehmer, die in der Regel keine Kredite erhalten und über keine Sicherheiten oder weitere Einnahmen verfügen. Dafür werden bis zu 50 Milliarden Euro bereitgestellt.

Eckpunkte des Soforthilfe-Programms

Das Programm soll die wirtschaftliche Existenz der Antragsteller sichern und ihnen bei der Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen helfen.

Zielgruppe

Förderberechtigt sind Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe.

Umfang der finanziellen Hilfe

Diese Zielgruppen können nachfolgender Staffelung Soforthilfe erhalten:

  • bis zu fünf Beschäftigten: bis zu 9.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate
  • bis zu zehn Beschäftigte: bis zu 15.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate

Die Beschäftigtenzahlen beziehen sich auf Vollzeitäquivalente. Teilzeitkräfte können also auf Vollzeit umgerechnet werden.

Handhabung in Bayern

In Bayern sollen die Maßnahmen nach derzeitigem Kenntnisstand so umgesetzt werden, dass das jeweils für das Unternehmen günstigere Soforthilfeprogramm (Bund/Land) herangezogen wird.

Spezielle Fördervoraussetzungen und Antrag

Voraussetzung der Förderung sind wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Das Unternehmen darf vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein, der Corona-Schaden darf erst nach dem 11. März 2020 eingetreten sein.

Der Antrag soll nach Möglichkeit elektronisch gestellt werden. In ihm ist zu versichern, dass bedingt durch die Corona-Pandemie die Existenz bedroht ist bzw. ein Liquiditätsengpass vorliegt.

Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, werden Zuschüsse ggf. zurückgefordert.

Das Förderprogramm wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bewirtschaftet. Die Anträge sind allerdings an die Länder bzw. Kommunen zu richten, die sie bearbeiten und bewilligen, Auszahlungen vornehmen und dann, wenn sich herausstellt, dass Fördervoraussetzungen nicht zutrafen, Mittel auch zurückfordern.

Steuerliche Behandlung der Förderung

Bei der Steuerveranlagung für die Einkommens - oder Körperschaftsteuer im kommenden Jahr wird der Zuschuss gewinnwirksam berücksichtigt.



Konditionen für Förderkredite mit Corona-Bezug (Update 23.03.2020)

Die Förderung geschieht mittels einer Übernahme eines Teils des Risikos der kreditgebenden Bank oder Sparkasse durch die KfW. Dadurch steigt die Chancen, eine Kreditzusage zu erhalten. Die Konditionen der KfW dazu sehen wie folgt aus:

  • Für große Unternehmen werden bis zu 80 Prozent des Risikos übernommen.
  • Für kleine und mittlere Unternehmen geht die Risikoübernahme bis zu 90 Prozent.

Je Unternehmensgruppe kann bis zu eine Milliarde Euro beantragt werden. Der Kredithöchstbetrag ist begrenzt auf

  • 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen oder
  • 50 Prozent der Gesamtverschuldung Ihres Unternehmens bei Krediten über 25 Mio. Euro.

Diese Konditionen werden für unterschiedliche Unternehmensgruppen identisch in verschiedene Förderprogramme eingearbeitet. Damit verbessern sich die Konditionen jeweils erheblich. Die Zuordnung zu KfW Förderprogrammen sieht wie folgt aus:

  • Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind: KfW Unternehmerkredit
  • Jüngere Unternehmen: ERP-Gründerkredit - universell


Direktbeteiligung der KfW an Konsortialfinanzierungen

Die KfW beteiligt sich auch an Konsortialfinanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel von mittelständischen und großen Unternehmen. Hierbei übernimmt sie bis zu 80 Prozent des Risikos, jedoch maximal 50 Prozent der Risiken der Gesamtverschuldung. Damit steigen die Aussichten auf eine individuell strukturierte und passgenaue Konsortialfinanzierung.

Der KfW-Risikoanteil beträgt dabei mindestens 25 Mio. Euro und ist begrenzt auf

  • 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 12 Monate.


Optional können alle am Konsortium teilnehmenden Banken von der KfW refinanziert werden.

 

Zurückzahlung der Umsatzsteuersondervorauszahlungen (Update 23.03.2020)

Der Bayerische Finanzminister Albert Füracker MdL hat mitgeteilt, dass den durch die Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen zur Schaffung von Liquidität bereits geleistete Umsatzsteuersondervorauszahlungen für 2020 auf Antrag wieder zurückgezahlt werden.

Entstehung von Umsatzsteuersondervorauszahlungen

Grundsätzlich müssen Unternehmer nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums bis zum 10. des Folgemonats ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt übermitteln. Damit wird auch die Umsatzsteuer fällig.

Auf Antrag kann den Unternehmen eine Dauerfristverlängerung um einen Monat gewährt werden. Bei Unternehmen, welche die Umsatzsteuer monatlich anmelden, ist dies jedoch von der Leistung einer Sondervorauszahlung abhängig. Diese beträgt 1/11 der Summe der Vorauszahlungen für das vorangegangene Kalenderjahr. Sie wird bei der letzten Voranmeldung des Jahres angerechnet.

Zurückzahlung der Sondervorauszahlung

Zur Schaffung von Liquidität soll diese Sondervorauszahlung den durch die Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen wieder zur Verfügung gestellt werden. Ansprechpartner ist das zuständige Finanzamt. Falls zum Verfahren weitere, besondere Details oder der Antrag bekannt werden, werden wir Ihnen das selbstverständlich mitteilen.

Rechtsstand: 14.04.2020

Steuerkanzlei Dr. Stegemeyer
Tel.: 08254-995082

Beratungsstelle:
Bahnhofstr. 14
85250 Altomünster

Berufliche Niederlassung:
Bgm.-Drach-Ring 7
85250 Altomünster