Corona: Wirtschaftliche Hilfen

Steuerliche Maßnahmen für Corona-Betroffene: Aktueller Überblick über derzeitige steuerliche Maßnahmen des Bundes und Bayerns (Update 14.04.2020)

Bayern und der Bund haben eine Reihe steuerlicher Maßnahmen ergriffen, um die Liquidität von Unternehmen, die von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Ausbreitung des Corona-Virus massiv betroffen sind, zu entlasten. Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zu diesen Maßnahmen finden Sie auf den Seiten des Bundesministeriums der Finanzen, des Bayerischen Landesamt für Steuern oder bei Ihrem Finanzamt. Der nachfolgende Überblick soll eine Erstinformation über Steuererleichterungen für Betroffene bieten:

Einkommensteuer

Vorauszahlungen:
Auf Antrag Herabsetzung entsprechend dem voraussichtlichen Jahresergebnis; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT

Nachzahlungen für Vorjahre:
Auf Antrag zinslose Stundung zunächst über einen Zeitraum von 3 Monaten; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT: Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus: Steuererklärung 2018: Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist. Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

Körperschaftsteuer

Vorauszahlungen:
Auf Antrag Herabsetzung entsprechend dem voraussichtlichen Jahresergebnis
siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT

Nachzahlungen für Vorjahre:
Auf Antrag zinslose Stundung zunächst über einen Zeitraum vom 3 Monaten; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT
Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus    Steuererklärung 2018:
Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist. Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

Gewerbesteuer

Vorauszahlungen:
Auf Antrag Herabsetzung des Steuermessbetrags für Zwecke der Vorauszahlungen entsprechend dem voraussichtlichen Jahresergebnis; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT
Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus     Nachzahlungen für Vorjahre: Stundungsanträge sind an die Gemeinde zu richten; siehe hierzu auch gleich lautende Ländererlasse vom 19.3.2020:
Gewerbesteuerlichen Maßnahmen zur Berücksichtigung der Auswirkungen des Coronavirus (COVID-19/SARS-CoV-2)
Steuererklärung 2018:  Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist.
Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

Umsatzsteuer

Voranmeldungen:

  • Auf Antrag Fristverlängerung für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldungen, die bis zum Ablauf des 10.04.2020 einzureichen sind, um bis zu zwei Monate.
  • Auf Antrag zinslose Stundung der bis 31.12.2020 fällig werdenden Umsatzsteuer-Voranmeldungen zunächst für 3 Monate
  • Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung: Auf Antrag Herabsetzung / Erstattung: siehe dazu Pressemitteilung Nr. 57 des StMFH mit Hinweis zur Antragstellung: FÜRACKER: WIR SCHAFFEN MEHR LIQUIDITÄT FÜR BAYERISCHE UNTERNEHMEN! Anleitung zur Antragstellung: Anleitung für durch die Corona-Pandemie betroffene Unternehmen zur Beantragung der Erstattung der Umsatzsteuer-Sondervorauszahlung beim Finanzamt
  • Nachzahlungen für Vorjahre: Auf Antrag zinslose Stundung zunächst über einen Zeitraum von 3 Monaten; siehe dazu Pressemitteilung Nr. 50 des StMFH: CORONA-PANDEMIE - FÜRACKER GIBT STEUERLICHE SOFORTHILFEN BEKANNT: Antragsformular: Steuererleichterungen aufgrund der Auswirkungen des Coronavirus
  • Steuererklärung 2018: Auf Antrag Verlängerung der Abgabefrist, wenn ein Angehöriger der steuerberatenden Berufe mit der Erstellung der Steuererklärung beauftragt ist. Siehe dazu Pressemitteilung Nr. 64 des StMFH: FÜRACKER: FRISTVERLÄNGERUNG BEI ABGABE VON STEUERERKLÄRUNGEN

 

Lohnsteuer

Lohnsteueranmeldung: Auf Antrag Fristverlängerung für die Abgabe der Lohnsteueranmeldungen, die bis zum Ablauf des 10.04.2020 einzureichen sind, um bis zu zwei Monate.
Steuerbefreiung für Beihilfen und Unterstützungen durch Arbeitgeber: Beihilfen und Unterstützungen, die der Arbeitgeber als Sachbezüge oder Zuschüsse in der Zeit vom 01.03.2020 bis zum 31.12.2020 zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn leistet, sind bis zu einem Betrag von insgesamt 1.500 Euro im Jahr steuerfrei. Siehe dazu Schreiben des Bundesministeriums der Finanzen vom 09.04.2020: Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise für Arbeitnehmer; Steuerbefreiung für Beihilfen und Unterstützungen

 

Bund: Corona-Soforthilfe für Kleinstunternehmen und Soloselbständige (Update 24.03.2020)

Uns erreichen zahlreiche Anfrage zu den Sofortmaßnahmen für Kleinstunternehmen und Soloselbständige vom Bund. Wir informieren in der Regel erst, wenn uns alle Einzelheiten und die jeweiligen Anträge vorliegen. Bei den angekündigten Maßnahmen durch die Bundesregierung ist dies noch nicht der Fall. Sie werden durch uns alle Einzelheiten erfahren, sobald uns alles bekannt ist. Wir möchten Ihnen in dieser Info aber trotzdem die ersten Eckdaten mit auf den Weg geben.

Die Bundesregierung bereitet ein Programm vor, das angesichts der Corona-Probleme Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen Soforthilfe leisten soll. Dazu gehören auch Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe.

Es geht vor allem um solche Unternehmen und Unternehmer, die in der Regel keine Kredite erhalten und über keine Sicherheiten oder weitere Einnahmen verfügen. Dafür werden bis zu 50 Milliarden Euro bereitgestellt.

Eckpunkte des Soforthilfe-Programms

Das Programm soll die wirtschaftliche Existenz der Antragsteller sichern und ihnen bei der Überbrückung von akuten Liquiditätsengpässen helfen.

Zielgruppe

Förderberechtigt sind Kleinstunternehmen aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbständige und Angehörige der Freien Berufe.

Umfang der finanziellen Hilfe

Diese Zielgruppen können nachfolgender Staffelung Soforthilfe erhalten:

  • bis zu fünf Beschäftigten: bis zu 9.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate
  • bis zu zehn Beschäftigte: bis zu 15.000 Euro Einmalzahlung für drei Monate

Die Beschäftigtenzahlen beziehen sich auf Vollzeitäquivalente. Teilzeitkräfte können also auf Vollzeit umgerechnet werden.

Handhabung in Bayern

In Bayern sollen die Maßnahmen nach derzeitigem Kenntnisstand so umgesetzt werden, dass das jeweils für das Unternehmen günstigere Soforthilfeprogramm (Bund/Land) herangezogen wird.

Spezielle Fördervoraussetzungen und Antrag

Voraussetzung der Förderung sind wirtschaftliche Schwierigkeiten in Folge von Corona. Das Unternehmen darf vor März 2020 nicht in wirtschaftlichen Schwierigkeiten gewesen sein, der Corona-Schaden darf erst nach dem 11. März 2020 eingetreten sein.

Der Antrag soll nach Möglichkeit elektronisch gestellt werden. In ihm ist zu versichern, dass bedingt durch die Corona-Pandemie die Existenz bedroht ist bzw. ein Liquiditätsengpass vorliegt.

Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt sind, werden Zuschüsse ggf. zurückgefordert.

Das Förderprogramm wird durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bewirtschaftet. Die Anträge sind allerdings an die Länder bzw. Kommunen zu richten, die sie bearbeiten und bewilligen, Auszahlungen vornehmen und dann, wenn sich herausstellt, dass Fördervoraussetzungen nicht zutrafen, Mittel auch zurückfordern.

Steuerliche Behandlung der Förderung

Bei der Steuerveranlagung für die Einkommens - oder Körperschaftsteuer im kommenden Jahr wird der Zuschuss gewinnwirksam berücksichtigt.



Konditionen für Förderkredite mit Corona-Bezug (Update 23.03.2020)

Die Förderung geschieht mittels einer Übernahme eines Teils des Risikos der kreditgebenden Bank oder Sparkasse durch die KfW. Dadurch steigt die Chancen, eine Kreditzusage zu erhalten. Die Konditionen der KfW dazu sehen wie folgt aus:

  • Für große Unternehmen werden bis zu 80 Prozent des Risikos übernommen.
  • Für kleine und mittlere Unternehmen geht die Risikoübernahme bis zu 90 Prozent.

Je Unternehmensgruppe kann bis zu eine Milliarde Euro beantragt werden. Der Kredithöchstbetrag ist begrenzt auf

  • 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 18 Monate bei kleinen und mittleren Unternehmen bzw. 12 Monate bei großen Unternehmen oder
  • 50 Prozent der Gesamtverschuldung Ihres Unternehmens bei Krediten über 25 Mio. Euro.

Diese Konditionen werden für unterschiedliche Unternehmensgruppen identisch in verschiedene Förderprogramme eingearbeitet. Damit verbessern sich die Konditionen jeweils erheblich. Die Zuordnung zu KfW Förderprogrammen sieht wie folgt aus:

  • Unternehmen, die länger als fünf Jahre am Markt sind: KfW Unternehmerkredit
  • Jüngere Unternehmen: ERP-Gründerkredit - universell


Direktbeteiligung der KfW an Konsortialfinanzierungen

Die KfW beteiligt sich auch an Konsortialfinanzierungen für Investitionen und Betriebsmittel von mittelständischen und großen Unternehmen. Hierbei übernimmt sie bis zu 80 Prozent des Risikos, jedoch maximal 50 Prozent der Risiken der Gesamtverschuldung. Damit steigen die Aussichten auf eine individuell strukturierte und passgenaue Konsortialfinanzierung.

Der KfW-Risikoanteil beträgt dabei mindestens 25 Mio. Euro und ist begrenzt auf

  • 25 Prozent des Jahresumsatzes 2019 oder
  • das doppelte der Lohnkosten von 2019 oder
  • den aktuellen Finanzierungsbedarf für die nächsten 12 Monate.


Optional können alle am Konsortium teilnehmenden Banken von der KfW refinanziert werden.

 

Zurückzahlung der Umsatzsteuersondervorauszahlungen (Update 23.03.2020)

Der Bayerische Finanzminister Albert Füracker MdL hat mitgeteilt, dass den durch die Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen zur Schaffung von Liquidität bereits geleistete Umsatzsteuersondervorauszahlungen für 2020 auf Antrag wieder zurückgezahlt werden.

Entstehung von Umsatzsteuersondervorauszahlungen

Grundsätzlich müssen Unternehmer nach Ablauf des Voranmeldungszeitraums bis zum 10. des Folgemonats ihre Umsatzsteuer-Voranmeldungen an das Finanzamt übermitteln. Damit wird auch die Umsatzsteuer fällig.

Auf Antrag kann den Unternehmen eine Dauerfristverlängerung um einen Monat gewährt werden. Bei Unternehmen, welche die Umsatzsteuer monatlich anmelden, ist dies jedoch von der Leistung einer Sondervorauszahlung abhängig. Diese beträgt 1/11 der Summe der Vorauszahlungen für das vorangegangene Kalenderjahr. Sie wird bei der letzten Voranmeldung des Jahres angerechnet.

Zurückzahlung der Sondervorauszahlung

Zur Schaffung von Liquidität soll diese Sondervorauszahlung den durch die Corona-Pandemie betroffenen Unternehmen wieder zur Verfügung gestellt werden. Ansprechpartner ist das zuständige Finanzamt. Falls zum Verfahren weitere, besondere Details oder der Antrag bekannt werden, werden wir Ihnen das selbstverständlich mitteilen.

Rechtsstand: 14.04.2020

Steuerkanzlei Dr. Stegemeyer
Tel.: 08254-995082

Beratungsstelle:
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Berufliche Niederlassung:
Bgm.-Drach-Ring 7
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